Reisebericht 2002
Reiseteilnehmer: Familie Berghaus
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Herr Lothar Berghaus aus Wuppertal,  hat mir über seine Eindrücke einen ausführlichen Reisebericht mit Bildern übermittelt. Herzlichen Dank dafür!

Reisebericht der Familie Berghaus, aufgeschrieben von Lothar Berghaus

Abgefahren am Samstag, den 14.9.2002 um 10.00h in Wuppertal bei wolkenverhangenem, trübem Frühherbstwetter. Die A1 war wie immer sehr lebhaft befahren.Ohne Stau ging es bis zum Westhofener Kreuz, dort der erste längere Stau. Da ich gesundheitsbedingt nur maximal 1 Std. ohne Pause still im Wagen sitzen kann, kam langsam die Zeit für die erste Fahrpause, das heisst, den
nächsten Rastplatz angefahren, angehalten, aussteigen, die Beine belasten und drei bis vier Schritte mit Krücken gehen und dabei natürlich genüsslich eine Zigarette rauchen.*grins*

Dann gings ca.10 Minuten ohne Stau weiter. Das Kamener Kreuz war nicht mehr weit und natürlich, wie kann es auch anders sein, der nächste längere Stau! Danach ging es zügig weiter bis kurz vor Osnabrück, eine 10 km lange Baustelle, natürlich wieder mit Stop und Go-Verkehr, aber kein Stau, nur langsameres Vorwärtskommen.

Mittlerweile war es 12.30 Uhr und es wurde Zeit für mich querschnittsgelähmten, rollstuhlfahrenden Diabetiker den Blutzuckergehalt zu messen und allmählich ans Mittagessen zu denken. Im Osnabrücker Münsterland haben wir dann einen Autohof aufgesucht um dort wie die Trucker standesgemäß gut und preiswert zu Mittag zu speisen. Nach einer die ganze Sache abrundenden Tasse Kaffee ging es dann weiter ohne Stau und grösseren Verzögerungen, bis auf die obligatorischen stündlichen kurzen Haltepausen, bis zum Ahlhorner Dreieck.

Dort gings runter von der A1 auf die A29 bis zum Wilhelmshavener Kreuz. Die Autobahn lag nun hinter uns. Auf der B210 gings nun über Schorten und Jever bis zur Kreuzung mit der L808. Auf dieser ging es noch ca. 25 km bis zu unserem Urlaubsort Neugarmssiel. Angekommen sind wir nach 328 Km Fahrt um 15.20 Uhr. Wie man sehen kann für 328 km gebraucht 5 Stunden und 20 Minuten, ganz schön lang, wie ich meine. Aber was solls, wir haben ja Urlaub und viel Zeit!

Die behindertengerechte, absulut rollstuhlgeeignete Wohnung im Landhaus Krebs ist einfach Klasse! Genau wie das sehr freundliche Ehepaar Krebs. Der erste Eindruck war "Spitze"!

An alles war hier gedacht, die Schalter und Steckdosen tiefer als normal, die Betten im Schlafzimmer höher als normal, im Bad alles für das Wohlfühlen eines Rollidrivers, der große Wohnraum mit einer kompletten Einbauküche, Mikrowelle, Spülmaschine, Herd mit Backofen eben alles - SUPI !!!

Satelitenfarbfernseher, Stereoanlage, Terrasse mit Tisch, Stühlen, Holzkohlengrill, Sonnenschirm, sogar für Familien mit Kindern ein eigener, zum Haus gehörender Spielplatz. Parkplatz für den Wagen direckt vor dem Eingang, so richtig zum Wohlfühlen wie zu Hause.

PRÄDIKAT: SEHR EMPFEHLENSWERT !!!!!

Nach dem Einrichten in unserem Zuhause für die nächsten zwei Wochen wurde zuerst einmal die nähere Umgebung zu Fuß und mit Rolli erkundigt. Ebenfalls zufriedenstellend. Die Lage sehr ruhig, ländlich und sehr erholsam. Für den ersten Tag war's damit aber auch genug der Eindrücke.

Von Neugarmssiel bis zum Meer sind es 6 km nach Carolinensiel/Harlesiel. Hier waren auch alle Einkaufsmöglichkeiten vorhanden die es in Neugarmssiel, nur ein reines Wohn/Schlafdorf mit insgesamt ca. 50 - 60 Häusern, nicht gab. Nur ein Gasthaus/Hotel direkt an der Durchgangsstrasse ist vorhanden.

HafenCarolinensiel ist ein wunderschönes Fischerörtchen, allerdings anerkannter Seebadeort mit allen Anwendungen im neugebauten Haus des Gastes mit Seewasserhallenbad und einer schönen Kurpromenade entlang der Harle, ein Binnentief, ca. 2-3 km nach Harlesiel mit Aussenhafen von wo aus man nach Wangerooge übersetzen kann.

Leider war mir ein Übersetzen nach den Insel nicht möglich. Mit E-Rolli ist es sehr schwer, um nicht zu sagen unmöglich auf die Fährschiffe zu gelangen da
immer und überall Stufen vorhanden sind.

Nach Rückfrage bei den Reedereien in Carolinen- und Neuharlingersiel wurde uns das auch bestätigt mit dem Hinweis, dass die Wege auf den Insel meistens sehr versandet sind, was einen reibungslosen Gebrauch von Rollis sowieso fast unmöglich macht. weite LandschaftHinzu kommt noch die Ungewissheit über die Höhe des Wasserstandes, der für die Lage der Gangways und die Höhe und Anzahl der jeweiligen Stufen ausschlaggebend ist.

Also sind wir auf dem Festland geblieben. War trotzdem sehr schön. In Hooksiel haben wir an einem der nächsten Tage einen etliche Kilometer langen betonierten
Weg direkt am Meer, dem Jadebusen, so richtig gut für Rollidriver zu nutzen, gefunden. würzige MeeresluftDort haben wir dann einen einige Stunden lange dauernden Spaziergang bzw.Spazierroll unternommen um anschliessend im Ort selber in einem gepflegten Eiscafe einen sehr guten Capuccino zu geniessen.

Wir haben dann die Küste entlang an diversen Tagen die verschiedenen Sielhäfen besucht, große und kleinere Spaziergänge/rollen unternommen. Das Wetter war immer gut bis sehr gut.Nur an einem Tag hat es öfter geschauert, aber eigentlich waren wir jeden Tag draußen an der gesunden Seeluft. Die Witterungslage im Herbst soll laut Aussage von Fam.Krebs hier meistens so sein, das liegt wohl an der zu dieser Jahreszeit noch relativ warmen Nordsee.

Es war einfach rundherum ein gelungener Urlaub, nur wie kann es auch anders sein, ein kleines Unglück ist passiert. Am drittletzten Urlaubstag am Strand in Harlesiel ging der Rollstuhl kaputt. Genau wie im Vorjahr am gleichen drittletzten Urlaubstag ist mir eine Schraube an der linken vorderen Lenkrolle gebrochen. Aber ich hatte in unserem Quartier eine Ersatzschraube, somit war es nicht gar so schlimm. Dort angekommen wurde der Rolli repariert und schon war der Schaden
behoben.

Am letzten Samstag sind wir dann um 9 Uhr nach einem gemütlichen letzten Frühstück die gleiche Stecke zurückgefahren. Durch einige Staus und wieder mehreren Pausen waren wir dann um 16.50h zu Hause. Allerdings mussten wir bedingt durch einen sehr langen Stau, gewarnt durch Verkehrsfunk, die A1
bei Schwerte verlassen um über Hagen, Gevelsberg und Schwelm das heimische Wuppertal zu erreichen.

bleibende ErinnerungenBleibt nur noch festzustellen: Ein rund herum gelungener Urlaub, alles hat gepasst, viel Spaß und Freude gehabt, kurz Wiederholenswert!

Resümmierend für die von dem überaus freundlichen und zuvorkommend hilfsbereitem Ehepaar Krebs, erst 1999 gebauten Ferienwohnungen, bleibt festzustellen:

Für Rollifahrer und andere Behinderte eine absolut empfehlenswerte Adresse, die sich jeder Rollifahrer merken sollte. 
Alles stimmt hier, das Preis – Leistungsverhältnis ist genau aufeinader abgestimmt. Prädikat: "Besonders empfehlenswert!"
 
 
 


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