Schweimke 2002
Reiseteilnehmer: meine Frau Inge, unser Hund, ein Bordercollie
und ich (53 Jahre alt, Querschnitt kompl. ab TH 11 seit 1972 und Oberschenkelamputation rechts seit 1984)
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Schon des öfteren verbrachten wir um die Pfingstzeit in der Lüneburger Heide unseren Frühjahrsurlaub. Unser Ziel war dieses Jahr die Pension Prange in Schweimke. Unser Augenmerk galt diesmal weniger dem Erforschen kultureller Sehenswürdigkeiten oder ähnlichem, sondern wir wollten einfach die schöne weite Landschaft genießen und vor allem: Keinen Stress haben...

Und dies gelang uns, schon alleine der lieben Fürsorge von Familie Prange zu verdanken, auch hervorragend!

Die rund 480 km von unserem Heimatort Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz nach Schweimke in der Südheide, nahe Hankensbüttel, hatten wir problemlos mit einer Rast in gut fünf Stunden "erledigt". Wir nahmen diesmal die Route über Bayreuth, Leipzig, Magdeburg, Braunschweig, Gifhorn, Hankensbüttel.

Schweimke ist ein kleiner Ort, ca. 4 km von Hankensbüttel entfernt. Hier stört kein Autolärm die Ruhe und man kann auf vielfältige Weise seine Tage hier genießen. Aber dazu später mehr. 

Dem herzlichen Empfang durch Frau Prange folgte gleich eine gemeinsame Besichtigung der gesamten Anlage, bei der uns schnell klar wurde, dass hier im Laufe der Jahre mit viel Bedacht und gestalterischen Details eine liebevoll gepflegte und vor allem durchwegs, rollstuhlgerechte Urlaubsanlage entstanden ist.
 
rollstuhlgerechte Anlage viel Freiraum im Garten Pension Prange
Sicht vom Behindertenparkplatz in den schönen Innenhof
im rückwärtigen Teil schließt sich ein großer Garten an
Blick vom Eingang der rollstuhlgerechten FeWo

Ich erspare mir hier die Auflistung der gesamten Ausstattung, denn dies hat der Sohn von Familie Prange auf der eigenen Hompage bereits ausführlich in Text und Bild sachlich treffend beschrieben. Eine Annehmlichkeit überraschte uns gleich bei unserem Ankommen. Obwohl der Gästeparkplatz gleich hinter den Wohngebäuden zu finden ist, wurde direkt am Rande des schönen Innenhofes ein eigener Parkplatz für Gäste im Rollstuhl geschaffen.

Sicherlich für viele Gäste angenehm ist auch, dass die Ferienwohnungen auch mit Frühstück buchbar sind, so dass man ohne "Hausarbeit" in den Tag starten kann. ausziehbarer Tisch ist gut unterfahrbarFamilie Prange bietet aber auch einen Brötschenservice an und vor dem rustikal eingerichteten Frühstücksraum stehen auch Getränke zur Verfügung. Abgerechnet wird vertrauenvoll am Urlaubsende nach der selbst geführten Strichliste.

Im schön gestalteten, großen Innenhof, der am Abend romantisch beleuchtet wird, gibt es Sitzgruppen zum Plausch mit anderen Gästen und im Gartenbereich findet man eine Tischtennisplatte und Freischach. SchwimmbadAuch ein Grill ist natürlich vorhanden. Ein Treffpunkt ist natürlich auch das Schwimmbad mit Gegenstromanlage. Wer als Rollstuhlfahrer alleine oder mit Hilfe seiner Begleitung sich vom Rollstuhl auf den Boden setzen kann, gelangt problemlos in das Becken. Der Wasserstand ist bodengleich und mehere Stufen führen bis zum Grund des Beckens.

Die Pension Prange liegt am Rande von Schweimke und ein geteerter und flacher Weg führt direkt in die weite Landschaft. Für Hundebesitzer natürlich ideal zum gemeinsamen Morgen- und Abendspaziergang mit dem vierbeinigen Begleiter.

Wie bereits erwähnt, waren wir mehrmals mit den Rad unterwegs. Von Familie Prange erhielten wir erste Tourenvorschläge und viele nützliche Tipps (in der Rezeption des Hauses liegen zudem viele Hinweise für Besichtigungsfahrten und anderen Freizeitmöglichkeiten aus).

Unsere Touren führten uns auf den gut befahrbaren, verkehrsarmen Gemeindever- bindungsstraßen in die schöne Umgebung, vor allem an den Elbeseitenkanal, der ca. 8 km entfernt liegt und an dem man dann nach eigenem Ermessen kilometerweit radeln kann. BegegnungenRund um Schweimke und Hankensbüttel ist aber die Gegend nicht immer flach und so ging es auch über manche "Steigungen", bei dem mir "Dusty" mittels einer Zugleine helfen musste. Für einen ambitionierten Biker oder für E-Rollstühle sind diese Hügelchen jedoch sicherlich kein Problem. Auf solchen Touren lernt man Land und Leute am besten kennen und viele kleine Eindrücke und Erlebnisse machten diesen Aufenthalt für uns so wertvoll.

MahlzeitIn Hankensbüttel befindet sich auch das Otter-Zentrum. Das ca. 6 ha grosse Freigelände mit ca. 3 km Wegenetz sollte man unbedingt besuchen. Es ist durchgängig mit dem Rollstuhl befahrbar und auch ein Rolli-WC ist vorhanden. Im Turnus von 15 Minuten finden an den einzelnen Gehegen Schaufütterungen statt, bei denen man die einheimischen Marderarten wie Baum- und Steinmarder, Iltis, Hermelin aber auch den Dachs und die Fischotter näher kennen lernt und ihre Lebens- und Verhaltensweisen erklärt bekommt. Da einzelne Brüstungen zu den Gehegen aus Sicherheitsgründen etwas hoch sind, sollte man sich rechtzeitig einen guten Beobachtungsplatz sichern.

Hankensbüttel selbst besitzt auch ein Freibad mit rollstuhlgerechten Einrichtungen. Auch das Touristenbüro (mit Rolli-WC), mehrere Banken und natürlich die großen Einkaufszentren am Ortsrand sind mit dem Rollstuhl erreichbar.

rollstuhlgerechter KulturbahnhofEin weiterer Ausflug führte uns nach Uelzen, wo wir den Bahnhof besichtigten, der als Expo-Projekt nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser zu einem Kultur- und Umweltbahnhof umgestaltet wurde. Er ist recht originell und es empfiehlt sich eine Führung um auch hinter die Kulissen, sprich Beweggründe dieses Projektes, blicken zu können. Fast alle Bereiche sind mit dem Rollstuhl gut zu erreichen, lediglich für das rollstuhlgerechte "Örtchen" muss man 70 Cent berappen?! In der Fußgängerzone von Uelzen findet man dann schöne, manchmal versteckte, Ein- und Ausblicke in die Altstadt. Auch hier ist natürlich ein Rolli-WC zu finden.

Wer Kultur mit Shopping verbinden möchte, für den bietet sich natürlich eine Fahrt nach Celle an. Die historische Altstadt mit seiner weitläufigen Fußgängerzone ist wirklich einen Besuch wert. Die zusammenhängende und von Kriegswirren verschonte Altstadt mit seinen markanten und eindrucksvollen Fachwerkbauten ist wahrscheinlich einmalig. Auch das Schloss und das Museum, direkt an der Altstadt gelegen, sind mit dem Rollstuhl "erfahrbar". Am Schloss befinden sich zusätzliche Behindertenparkplätze (an der Schlosseinfahrt durch eine Schranke erreichbar, Sprechanlage benützen).

Renaissance Schloss Celle

Tja, wie gesagt, wir waren viel mit dem Rad unterwegs und so kann ich hier nicht über weitere Ausflüge berichten. Aber Familie Prange hat auf Ihrer Hompage für Sie viele weitere Ausflugs- und Besichtigungshinweise gesammelt, so dass bestimmt keine Langeweile aufkommt. 

Achja und übrigens sollte man ja auch das Wichtigste nicht vergessen: Sich ERHOLEN und AUSSPANNEN und das kann man in der Pension Prange ganz bestimmt.

Wir kommen auf jeden Fall wieder!!!

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Bitte geben Sie bei Ihren Anfragen immer meine Internetseiten an: www.Rollstuhl-Urlaub.de