Reiseteilnehmer: meine Frau Inge
eine befreundetes Ehepaar mit ihrem sechsjährigen Jungen 
unsere beiden Hunde, ein Bordercollie und ein Zwergdackel
und ich(51 Jahre alt, Querschnitt kompl. ab TH 11 seit 27 Jahren)
Nach rund acht Stunden Fahrzeit incl. Pausen hatten wir die ca. 820 km von unserem Heimatort Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz nach Sprakebüll am 08. August zurückgelegt. 

Uns erwarteten zwei wunderschöne, gemütlich eingerichtete Ferienhäuser in Holzbauweise. Die Ausstattungsmerkmale, Maße usw. finden Sie auf der Hausseite. Alle meine Beschreibungen sind natürlich subjektiv und vielleicht nicht auf jede Behinderungsart übertragbar. Eines vorneweg: In allen Bereichen des Hauses kam ich sehr gut zurecht und es war für meine Familie und mich ein sehr sehr schöner und erholsamer Urlaub - auch wenn das Wetter manchmal mehr als bescheiden war.

Die Häuser liegen ca. 50 m zurückversetzt an einer Nebenstraße von Leck ( ca. 8 km) nach Schafflund (ca. 5 km). Neben dieser Straße führt leider kein Radweg entlang, jedoch erreicht man in beide Richtungen spätestens nach 1,5 km kleine Straßen und Flurbereinigungsstraßen (alle geteert), die einem ungestörtes Radfahren in alle Richtungen ermöglichen.
 

Die Bilder zeigen das Bad in Haus 1. Erfeulich dabei für mich war die normale WC-Höhe. Sicherlich gibt es hierzu verschiedene Meinungen. Ich fühle mich darauf auf jeden Fall sicherer und wohler. Den Duschhocker sollte man wegen der Rutschgefahr unbedingt auf die Duschmatte stellen. Eine größere Matte wäre hier nicht schlecht. 
Das Waschbecken in diesem Haus ist vielleicht etwas zu hoch montiert und mit 55 cm Tiefe und einem kleinen Wasserhahn etwas gewöhnungsbedürftig.

Anmerkung 2003: Die Dusche wurde neu gefliest und damit die Rutschgefahr beseitig. Auch das Waschbecken wurde auf 80 cm tiefer gesetzt.

Für Ausflüge in alle Himmelsrichtungen liegen die Häuser ideal. Nach Flensburg und zur Ostsee sind es ca. 25 km und nach Dagebüll an der Nordsee mit seinem Fährhafen sind es ca. 35 km. Die dänische Grenze erreicht man ebenso schnell. Sollte das Wetter einmal nicht so mitspielen, so gibt es in Leck ein großes Erlebnisbad. Hier ist eine Umkleidekabine für Rollstuhlfahrer vorhanden. Leider kein Lift in das Schwimmerbecken. Das Personal ist aber gerne behilflich.

In Flensburg gibt es eine schöne Fußgängerzone - hier unbedingt die romantischen Hinterhöfe der "Roten Straße" besuchen. In der Fußgängerzone findet man auch eine öffentliche Toilettenanlage mit einem Behinderten-WC. Die Sehenswürdigkeiten, je nach Geschmack, sind vielfältig. Der Hafen gehört auf jeden Fall dazu.
 

Von Flensburg ist es auch nicht mehr weit nach Glücksburg mit seinem schönen Wasserschloß. Glücksburg ist ein total "grüner" Ort mit viel Wald und langen Spazierwegen, auch an der Ostsee entlang. Eine "Schiebehilfe" ist aber nötig auf dem Weg vom Schloß zum Kurzentrum am Strand. Am Badestrand ein extra Weg für Rollstuhlfahrer bis zum Wasser.

Den Namen "Die graue Stadt am Meer", hat Theodor Storm der Stadt Husum an der Nordsee, ca. 50 km von Sprakebüll entfernt, verliehen. Heutzutage präsentiert sich die Stadt aber alles andere als melancholisch. Jeden Donnerstag findet hier der große Wochenmarkt statt und mitte August gibt es die Husumer-Hafentage mit einem großen Kutter-Korso. In der "Unteren Neustadt" kann man Altstadtatmosphäre pur erleben. Ein Behinderten-WC findet man am Marktplatz bei der Information.
 

Von Husum aus ist es nicht mehr weit zur Halbinsel Eiderstedt. Der Leuchtturm von Westerheve ist dort für mich einer der schönsten Orte. Eine "Oase" der Ruhe und Entspannung. Die Wege im Naturschutzgebiet sind mit dem Rollstuhl und dem Fahrrad ohne Schwierigkeiten zu befahren. Am Parkplatz von Westerheve gibt es auch ein WC für Rollstuhlfahrer.

Eine Radtour nach Dagebüll an der Nordsee bei Gegenwind mit Windstärke sechs bis sieben machte aus den 33 Kilometern sicherlich das doppelte. Dafür gabs dann direkt am Hafen die leckersten Fisch- und Krabbenbrötchen zur Belohnung. Dagebüll ist nicht nur ein Fährhafen, sondern es hat auch drei Badestrände. Einen Textilstrand, einen für FKK und einen Hundestrand. Im Hafengebäude befindet sich auch ein Behinderten-WC. In Dagebüll-Kirche sollten Sie unbedingt das Fischspezialitäten-Restaurant "To olen Slüsss" besuchen. Es lohnt sich wirklich.

Ausflüge nach Dänemark bieten sich ebenfalls an. Zum Beispiel nach Grasten zum Schloß. Der Schloßpark ist bei Abwesenheit der Königsmutter öffentlich zugänglich. Die Strecke von Krusa über Kollund nach Bakken und Alnor an der Ostsee entlang ist sehr schön. Hier findet man überall Badestrände. Ein besonderer Vorteil ist dabei, dass sie fast alle mit WC-Anlagen ausgestattet sind - auch mit Behinderten-WC. In Egernsund gibt es eine Töpferei, die im Werksverkauf sehr günstig Waren II. Wahl verkauft.

Ebenfalls einen Ausflug wert ist die dänische Insel Roem. Mit dem Auto kann man den kilometerlangen Sandstrand befahren und kommt fast bis ans Meer. Hier ist allerdings "Schiebehilfe" notwendig. Der weiße Sand ist unheimlich fein und bei Wind ist man schnell ganz eingepudert. Dafür kann man hier tolle Sonnenuntergänge erleben. Am Hin- oder Rückweg sollte man auch in Tondern halt machen. Wer immer noch nicht weiß, wo der Weihnachtsmann seinen Sommer verbringt, der kann hier in Tondern in der "Alten Apotheke" am Markt die Antwort finden, denn in dem historischen Gebäude ist auch im Sommer eine Weihnachtsausstellung im Keller zu besichtigen.
Tondern ist für mich auch die Stadt mit den schönsten Haustüren. Diese findet man vor allem in den Hintergäßchen. Man meint manchmal, dass die Häuser um die Haustüren gebaut wurden und nicht umgekehrt.
 

Legt man einmal einen Ruhetag ein, so gibt es auch keine Langeweile. Janosch und das Pony Susi begrüßen einem bereits am Morgen mit einem lauten Wiehern in Erwartung auf ihre baldige Fütterung durch die Gäste... ...und auch die Zwergziegen Franz und Frieda halten einen ganz schön auf Trab. Ständig büchsen sie aus und man braucht viel Geschick sie wieder in ihr Gatter zu locken...

Und am Abend, nach einer leckeren Grillbrotzeit, kann man von der Terrasse aus den Abendhimmel bewundern und einen schönen Urlaubstag Revue passieren lassen....

23. August 1999: Moin, Moin, bis zum Nächstenmal....

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