Villa KUSINI


Reiseteilnehmer: Frau Gertrud Heck-Funke

Frau Gertrud Heck-Funke hat mir über ihre Eindrücke einen interessanten Reisebericht übermittelt. Herzlichen Dank dafür! Frau Heck-Funke ist selbst Rollstuhlfahrerin

Reisebericht erhalten im Dezember 2008:

------------------------------------------------

KENYA 2008

Ich war in Kenia! Der indischen Ozean hatte mich gelockt und die Homepage einer ganz besonderen Reiseagentur in Kenia: www.go-africa-safaris.com die nach dem Motto arbeiteten "WE MAKE IT POSSIBLE" Frei übersetzt könnte man sagen: "nichts ist unmöglich“
So war es auch für mich möglich nach Kenia zu reisen.
.
Mit Hilfe von „GoAfrica“ fand ich die Möglichkeit, mit Rollstuhl eine Safari zu machen, eine kenianische Assistentin zu bekommen -MARIA hieß sie-, und ich stöberte im Internet sogar ein rollstuhlgerechtes Ferienhaus auf, das einem Deutschen gehörte - die „Villa Kusini“

MARIA war die ganze Zeit bei mir. Sie war die beste Assistentin, die ich je hatte, eine ganz besondere Frau. Ich konnte von ihr Hilfe annehmen, um die ich andere nie gefragt hätte. In schwierigen Situationen behielt sie die Übersicht und ihr grenzenloses Gottvertrauen.

Gut organiseirt

Die „Chefin“ von GoAfrica, Yvonne, kannte die barrierefreien Unterkünfte in Kenia und hatte ein Hotel an „Diani Beach“ und eins in der Nähe des Nationalparks „Tsavo Est“ – etwa zwei Stunden von Diani Beach entfernt - für mich gebucht.

Wir haben sehr viele eMails geschrieben und dann alles so gut organisiert wie es ging. Ich habe viele Situationen durchgespielt und einige Hilfsmittel mitgenommen: ein Rutschbrett, einen Hebegurt, einen Griff, der sich auf glatten Flächen festsaugt, eine Pinkelflasche für Frauen. Meinen Reiseduschstuhl brauchte ich diesmal nicht, da "GoAfrica" selbst einen besaß. Sogar einen Lifter hatten sie, aber ich kam mit dem Rutschbrett gut zurecht.
Einige nützliche Tipps und wichtige moralische Unterstützung erfuhr ich durch Gordon, einen Engländer behindert durch eine Tetraplegie, der schon mehrmals in Afrika war und Maria und GoAfrica“ kannte (www.able-travel.com).

Auto mit Rampe

„GoAfrica“ hatte ein Auto mit Rampe, mit dem ich auch vom Fughafen abgeholt wurde. Maria und Peter, der Fahrer, nahmen mich dort in Empfang. Sie brachten mich zu einer Hotelanlage an der Südküste, wo ich vier Tage wohnte. Hier traf ich auch Yvonne, die sich während meines Aufenthalts fast jeden Tag mal blicken ließ.

Von dort aus fuhren wir dann für drei Tage zur Safari-Lodge nahe Tsavo Est.
Sie lag an einem Wasserloch, zu dem viele Vögel, aber auch Affen, Antilopen, Elefanten ..... kamen. Wir fuhren natürlich auch in den Park, der mir wie das Paradies vorkam, weil die Tiere so ohne jede Angst schienen. Oft grasten mehrere Arten zusammen.
Wir sahen Zebras, Warzenschweine, drei Löwinnen, Emus, Giraffen und viele Elefanten. Es muss dort sehr viele geben, denn überall lagen fußballgroße Elefantenköttel rum.

Zehn Tage in der Villa Kusini

Zum Schluss wohnte ich noch zehn Tage in der Villa Kusini. Sie bot einigen Luxus wie eine eigene Haushaltshilfe und einen Gärtner, der den Pool in Ordnung hielt, imaginären Staub von den Gartenwegen fegte und jedes Unkraut im Frühstadium ausmerzte.

Jane, die Haushaltshilfe, hielt das Haus in Schuss, putzte, wusch, wechselte jeden Tag die Bettwäsche, brachte morgens frisches Gemüse und Obst mit, bereitete das Abendessen vor und säuberte zum Schluss die mehrere Jahre alten Dreckschichten meines Rollstuhls.

Es war nicht unbedingt der Rahmen, in dem ich sonst Urlaub mache, aber es gab wenig Alternativen, und ich konnte auch von dort aus einiges unternehmen. Außerdem bot das Haus genug Platz, sodass Magdolen, die Afrikanerin, die Martina und mir beim letzten Kenia-Aufenthalt -2006- geholfen hatte, auch bei uns wohnen konnte.

Einige Male war ich im Meer, auf das ich mich besonders gefreut hatte. Es gab einen Strandrollstuhl, mit dem ich ins Wasser gefahren wurde. Ich hatte einen Schwimmkragen mit. Er verhinderte, dass mir Salzwasser ins Gesicht kam. So lag ich völlig entspannt im warmen Meer, das mich trug und mich mit seiner Kraft schaukelte. Es war wunderbar!

Erwähnen möchte ich noch, dass ich von der Villa nicht ohne Auto zum Meer kam, obwohl Herr Köbler das so angegeben hat. Einen Fußweg zum Meer haben wir nicht gefunden. Es wäre mir sowieso zu heiß und zu holprig gewesen.

   






Maria und Gertrud vor der Safari. Das Auto hat eine Rampe. 




Jane brachte afrikanische Musik mit und manchmal legten die drei eine Tanzeinlage für mich hin. Überhaupt herrschte immer eine fröhliche Stimmung. 
   

Immer eine fröhliche Stimmung

Zweimal besuchten wir mit Yvonne Projekte, die von ihr, ihren  holländischen Eltern, ihrem kenianischen Ehemann unterstützt wurden: ein Kinderheim, das versuchte, sich mit einer kleinen Hühnerfarm teilweise selbst zu finanzieren und einen Treffpunkt von körperbehinderten Jugendlichen, die Kunsthandwerkliches herstellten.

Wir machten noch eine Nachmittags-Safari in die Shimba-Hills Es war hier so grün wie im deutschen Wald aber die Tiere, Säbel-Antilopen, Büffel und Elefanten, waren afrikanisch.
Abends kochten dann Maria und Magdalen afrikanisch für mich -green grams, pilau mit katschumbari, chapati.....
Jane brachte afrikanische Musik mit und manchmal legten die drei eine Tanzeinlage für mich hin. Überhaupt herrschte immer eine fröhliche Stimmung. 

Es war eine sehr beeindruckende, bereichende Zeit. Oft empfand ich es wie ein Wunder, trotz meiner Einschränkungen mitten in Afrika und weit weg von allem zu sein,  im indischen Ozean zu dümpeln, den Frauen beim Tanzen zuzusehen, Elefanten und Löwen zu begegnen...

gertrud.funke@t-online.de